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Sonntag, 06. August 2017

Gleich fünf neue Projekte zur Förderung frei gegeben

Theaterbühne in Rohrdorf, Energiewanderweg in Kiefersfelden, grenzenlos Radfahren nach Kufstein, Streuobst und eine Analyse zu Premiumwanderprodukten in der Region
– Gremium der LAG Mangfalltal-Inntal tagt und gibt Projekte zur Förderung frei.

Attraktive Projekte, die der Region zugutekommen sollen, hat das zuständige Entscheidungsgremium der LEADER-Aktionsgruppe kürzlich in der Juli-Sitzung behandelt:
Theaterbühne Rohrdorf Kultur leben, weitergeben und die bayerischen Sitten und Bräuche erhalten, hat der Verein GTEV Achentaler Rohrdorf sich zur Hauptaufgabe gemacht. Dies zeigt sich in vielen Bereichen, ob im Tra-gen der Tracht, bei der Durchführung von Brauchtumsveranstaltungen oder den jährlichen über den Landkreis hinaus bekannten Theaterstücken wie aktuell „Madame Bäuerin“.
Das Herzstück der Vereinsheimat bildet das ,,Achentaler Heimathaus", ein Bauernhausmuseum, das in mühevoller ehrenamtlicher Eigenleistung am alten Standort ab- und schließlich in Rohrdorf wieder-aufgebaut wurde. Im hinteren Teil des Museums befindet sich ein kleiner Saal, in dem die Vereinsver-anstaltungen stattfinden. Dieses in die Jahre gekommene und zu klein gewordene Vereinsheim soll mit Hilfe des Förderprogramms LEADER modernisiert und mit einer Theaterbühne und Kostümlagern erweitert werden, damit auch zukünftige Generationen dem Trachtenverein und der Kultur treu bleiben können.
Energiewanderweg Kiefersfelden
Kiefersfelden war über Jahrhunderte Standort von produzierenden Gewerbestätten, die sich vor allem wegen der natürlichen Energieträger Wasser und Holz entlang des Kieferbachs angesiedelt haben. Dadurch entstand eine florierende Industrie mit Eisen, Zement und Marmor, die teilweise bis in die 1990er Jahre prägend für den Industriestandort Kiefersfelden waren.
Entlang des mit LEADER-Förderung geplanten Wanderwegs soll vornehmlich anhand des Energieträ-gers Wasser gezeigt werden, wie dieser schon in frühen Tagen bis in die heutige Zeit zur Gewinnung von „sauberer“ Energie verwendet werden kann. Ziel des Themenweges ist es dabei, interessierten Wanderern die Ortsgeschichte Kiefersfeldens nahezubringen, wo und wie Energie gewonnen wurde oder wird und in welchem Zusammenhang dies mit der Industriegeschichte Kiefersfeldens steht. Auch die Natur bietet entlang des Weges das ein oder andere Schauspiel der ganz besonderen Art und lädt zum Staunen und Verweilen ein.
Grenzenlos Radfahren nach Kufstein
Ein grenzüberschreitendes Radwegekonzept zwischen den österreichischen Grenzgemeinden (Nie-derndorf, Kössen, Walchsee) und den Grenzgemeinden der LAG Mangfalltal-Inntal (Kiefersfelden, Flintsbach a. Inn, Oberaudorf) soll zum alternativen Mobilitätsangebot und damit zur Entlastung des Straßenverkehrs beitragen. Der Tourismusverband Kufsteinerland und die drei bayerischen Gemeinden möchten damit ein attraktives Angebot erarbeiten, das den bestehenden Radweg am Inndamm entlastet. Der Aufbau des lückenlosen Radwegenetzes soll Einheimische und Gäste motivieren, vom Auto auf das Rad umzusteigen. Bereits vor einem Jahr im Lenkungsausschuss vorgestellt, haben sich im Laufe der Entwicklung inhaltliche Änderungen im Projekt ergeben, so dass das LEADER-Gremium auf bayerischer Seite erneut darüber abzustimmen hatte.
Streuobst wertschätzen und erhalten
Streuobstwiesen sind prägender und wertvoller Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Wegen des hohen Aufwands und des immer geringer werdenden Wissens um den Wert der Obstwiesen, werden
viele dieser Flächen nicht mehr gepflegt und drohen deshalb, verloren zu gehen. Gleichzeitig besteht in den Keltereien der Region (ORO, Greimel, Stöger, Pölz) eine hohe Nachfrage
nach biozertifiziertem Streuobst. Dieser Bedarf kann aktuell nicht aus der Region gedeckt werden, obwohl die Keltereien für das Bioobst einen wesentlich höheren Betrag bezahlen. Das Streuobst in
der Region wird zwar in den meisten Fällen nach biologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet, den Weg der Zertifizierung geht jedoch kaum ein Obstwiesenbesitzer. Der Verein „Streuobstinitiative Chiemgau e.V. “ (SIC) verfolgt das Ziel, die Streuobstwiesen zu erhalten. Indem die SIC eine Biosammelzertifizierung organisieren möchte, soll den Eigentümern und Bewirtschaftern von Streuobstflächen ein Anreiz zu Pflege, Erhalt und Neupflanzungen gegeben werden. Mit einer in den drei LAGen Mangfalltal-Inntal, Chiemgauer Seenplatte und Chiemgauer Alpen als Kooperationsprojekt geförderten Personalstelle soll Überzeugungsarbeit dazu geleistet werden.
Potenzialanalyse Premiumwanderprodukte
Im Verantwortungsbereich der eben genannten drei LAGen existieren bereits eine Vielzahl ausgewiesener Wander- und Spazierwege sowie einige Premiumwanderwege in der „Premiumwanderregion
Reit im Winkl“ und des „SalzAlpenSteigs“. Der Kern des LEADER-Kooperationsprojektes besteht darin, eine konzeptionelle Grundlage für die Weiterentwicklung und Profilierung des touristischen Segments Wandern im Premiumbereich für die Landkreise Rosenheim und Traunstein zu erarbeiten. Diese Potentialanalyse der „Premium-Wanderprodukte“ dient dabei den Tourismusverbänden als Grundlage für die Vermarktung.
Am 18. Juli 2017 traf sich das Entscheidungsgremium der LAG Regionalinitiative Mangfalltal-Inntal im Rathaus in Bad Aibling, um die hier vorgestellten Projekte intensiv zu diskutieren. In allen fünf Projekten entschied das Gremium einstimmig für die Förderung aus dem EUFörderprogramm LEADER, so dass die Projektträger nun beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Rosenheim einen Förderantrag stellen können. Vor der Entscheidung haben die Projektverantwortlichen mit großem persönlichem Einsatz Projektskizzen mit detaillierten Projektbeschreibungen und Kostenermittlungen erarbeitet und diese dem Gremium präsentiert. Auf dieser Grundlage bewertete das Entscheidungsgremium, in wieweit die vorgeschlagenen Projekte mit den Zielen der Region, die in der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) formuliert sind, übereinstimmen. Alle fünf Projekte übertrafen die Mindestpunktzahl des vorgegebenen Kriterienkatalogs deutlich und konnten damit zur Förderung empfohlen werden. Im Anschluss an die Projektvorstellungen gab LAG-Managerin Gwendolin Dettweiler einen Überblick zum Stand des LAG-Managements und der Umsetzung der LES.


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